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Bosch-Logo in Stuttgart: Zuletzt hatte der Konzern einem Sprecher zufolge im Krisenjahr 2009 Verlust gemeldet
Foto: Ronald Wittek / EPA
Die Milliardenkosten für den Stellenabbau und die US-Zölle haben den Technologiekonzern Bosch vergangenes Jahr tief in die roten Zahlen gedrückt. Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 400 Millionen Euro,wie Finanzchef Markus Forschner bei der Bilanzvorlage im Renningen sagte. 2024 hatte sich der Nachsteuergewinn von Bosch im Vorjahresvergleich bereits halbiert,aber immerhin noch bei rund 1,3 Milliarden Euro gelegen. Zuletzt hatte Bosch einem Sprecher zufolge im Krisenjahr 2009 Verlust gemeldet.
Ein wesentlicher Grund für den Einbruch sind die Kosten für den Stellenabbau. Diese hätten das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro belastet,maßgeblich in Form von hohen Rückstellungen. Die tatsächlichen Auszahlungen erfolgen schrittweise in den kommenden Jahren. Außerdem wirkten demnach unter anderem Wechselkurseffekte,hohe Kosten und zusätzliche Zölle belastend.
Dadurch ergibt sich nach Angaben von Forschner insgesamt ein Bild,das von Sonder- und Einmaleffekten stark beeinflusst ist – jenseits der eigentlichen Geschäftsentwicklung. Zwar brach der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ebenfalls um rund 42 Prozent ein – war mit 1,8 Milliarden Euro aber positiv. Der Umsatz stieg leicht auf 91,0 Milliarden Euro. Damit liegt das Unternehmen deutlich unter den eigenen Erwartungen. Die langfristigen Ziele hat Bosch bereits länger verschoben.
Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Um das Ruder herumzureißen,spart das Management um Unternehmenschef Stefan Hartung kräftig an Personal und Strukturen. Allein im Zulieferbereich will der Konzern aus Gerlingen bei Stuttgart in den kommenden Jahren bis zu 22.000 Stellen streichen. Weitere Abbaupläne gibt es aber auch in anderen Bereichen – unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge.
Die Gespräche im Mobility-Bereich über den Personalabbau sind den Angaben nach inzwischen abgeschlossen. Damit werde man angesichts des steigenden Preisdrucks die künftige Wettbewerbsposition verbessern. Die beschlossenen Maßnahmen setze man jetzt so schnell und konsequent wie nötig,aber auch so sozialverträglich wie möglich um,sagte Hartung bei der Bilanzvorlage.
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kim/dpa