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Gelände eines Mineralöltanklagers in Wilhelmshaven
Foto: Lars Penning / dpa
In den Chefetagen deutscher Firmen wird die wirtschaftliche Lage so schlecht bewertet wie seit Langem nicht. Der ifo-Geschäftsklimaindex sank im April auf 84,4 Punkte,nach 86,3 Punkten im März. »Dies ist der niedrigste Wert seit Mai 2020«,schreiben die Münchner Wirtschaftsforscher.
Die Unternehmen blickten nicht nur erheblich pessimistischer auf die kommenden Monate,sie bewerteten auch ihre aktuelle Lage schlechter. »Die Hoffnungen auf einen Aufschwung sind vorerst dahin«,kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest das Ergebnis der monatlichen Umfrage unter 9000 Unternehmen. Laut den Forschern treffen die Folgen des Irankriegs die deutsche Wirtschaft hart.
In der Industrie hat sich das Geschäftsklima demnach verschlechtert. Besonders in der chemischen Industrie seien die Aussichtern schlecht. Ihre aktuelle Lage bewerteten die Unternehmen hingegen etwas besser,hieß es. Sie berichteten allerdings zunehmend von Lieferengpässen bei Vorprodukten.
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»Der Einbruch des Ifo-Geschäftsklimas zeigt unmissverständlich,wie sehr der Energiepreisschock die deutsche Wirtschaft trifft«,sagte Jörg Krämer,Chefvolkswirt der Commerzbank. Selbst wenn die Straße von Hormus nach insgesamt drei Monaten Ende Mai wieder öffnete,werde das Wachstum in diesem Jahr um 0,4 Prozentpunkte niedriger ausfallen,so die Prognose. »Aber jeder weitere Tag ohne Öllieferungen durch die Straße von Hormus erhöht das Rezessionsrisiko«,sagte Krämer.
mmq/dpa/Reuters