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Übernahme in Kosmetikindustrie Henkel kauft US-Shampoo-Hersteller Olaplex für 1,4 Milliarden Dollar

Mar 27, 2026 IDOPRESS
Der deutsche Konsumgüterkonzern Henkel übernimmt die Haarpflegemarke Olaplex. Das US-Unternehmen soll im Zuge des Milliardendeals von der Börse genommen werden.

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Olaplex-Werbung am New Yorker Times Square

Foto: Richard B. Levine / Levine-Roberts / IMAGO

Der Konsumgüterkonzern Henkel baut sein Geschäft in den USA aus – und hat eine Vereinbarung zum Kauf des dort ansässigen Shampooherstellers Olaplex für 1,4 Milliarden Dollar unterzeichnet. Dies entspreche einem Angebotspreis von 2,06 Dollar je Olaplex-Aktie,teilte das Dax-Unternehmen mit. Der Deal sei vom Olaplex-Management genehmigt worden,und auch die Beteiligungsgesellschaft Advent habe als größter Anteilseigner zugestimmt,hieß es weiter.

Bereits Anfang März hatte Henkel die Übernahme der Haarpflege- und Stylingmarke »Not Your Mother’s« in den USA bekannt gegeben. Finanzielle Details nannte der Konzern hierzu jedoch nicht. Die Marke erzielte Henkel zufolge 2025 mit Shampoos,Conditionern,Treatments und Stylingprodukten einen Umsatz von rund 190 Millionen Euro und ein zweistelliges Wachstum. Das Portfolio umfasse demnach in den USA bekannte Produktlinien wie Curl Talk,Clean Freak,Beach Babe,Plump for Joy und All Eyes On Me.

Henkel-Chef Knobel: »Potenzial für weiteres Wachstum«

Henkels Positionierung im Salonbereich könne Marktlücken erschließen und Margen durch Synergien verbessern,sagte Analystin Celine Pannuti von der US-Bank JPMorgan zu dem Deal. Allerdings habe der Umsatz von Olaplex in den vergangenen drei Jahren massiv unter Wettbewerbsdruck gelitten,gab sie zu bedenken.

»Diese Transaktion ermöglicht uns,unser Haarpflegegeschäft auszubauen,und eröffnet vielversprechendes Potenzial für weiteres Wachstum ⁠und Innovation«,⁠sagte Henkel-Chef Carsten Knobel. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Olaplex Henkel zufolge rund 370 Millionen Euro Umsatz und eine starke Bruttomarge. Die Umsätze verteilten sich zwischen den USA und ‌ausländischen Märkten. Olaplex selbst gab seine bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen,Steuern und Abschreibungen mit 22,2 Prozent an.

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Traditionell ist Henkel stark bei Klebstoffen ​mit Marken wie Loctite,Pattex oder Pritt. Diese Sparte macht rund die Hälfte des Konzernumsatzes aus. Als zweites Standbein gilt das Geschäft ​mit Konsumartikeln wie Wasch- und Reinigungsmitteln wie Persil und Somat sowie Haar- und Körperpflegeprodukten wie Schwarzkopf oder Syoss – und dieses Geschäft wird nun erweitert. ​Henkel ist regional zudem bereits stark in ⁠den USA vertreten. Rund 26 Prozent ​des Umsatzes ​von 20,5 Milliarden Euro stammten im vergangenen Jahr aus Nordamerika.

An der Börse wurde die Nachricht der Übernahme positiv aufgenommen. Die Henkel-Aktien notierten in einem schwachen Marktumfeld zuletzt 0,8 Prozent im Plus und setzten damit ihre Erholung der vergangenen Handelstage fort. Zum Vergleich: Seit Beginn des Irankriegs Ende Februar waren die Papiere zeitweise um mehr als 22 Prozent eingebrochen. Die Olaplex-Aktie hatte im vorbörslichen US-Handel gar um rund 50 Prozent zugelegt. Das Unternehmen soll nach der Übernahme jedoch von der Börse genommen werden,die Transaktion soll in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden.

apr/dpa-AFX/Reuters