Leben

Ewigkeitschemikalien EU-Behörde empfiehlt Verbot von PFAS – mit Ausnahmen

Mar 26, 2026 IDOPRESS
PFAS-Chemikalien gefährden die Gesundheit, stecken aber in vielen Alltagsprodukten. Die EU-Chemiebehörde will sie deshalb nun weitgehend verbannen lassen, doch wichtige Fragen sind noch offen.

Bild vergrößern

Protest gegen PFAS vor dem Sitz der EU-Kommission in Brüssel

Foto: Nicolas Tucat / AFP

Die EU-Chemiebehörde (ECHA) hat ein weitreichendes Verbot sogenannter Ewigkeitschemikalien (PFAS) empfohlen,hält aber zugleich eine Reihe von Ausnahmen für sinnvoll. »Die derzeit geltenden Regeln reichen nicht aus«,heißt es in einer Mitteilung der ECHA mit Sitz in Helsinki. Die Behörde veröffentlichte zwei Risikoanalysen,die als Grundlage für einen Gesetzesvorschlag der EU-Kommission dienen sollen.

PFAS sind per- und polyfluorierte Alkylverbindungen,die synthetisch hergestellt werden. Sie sind wasser- und fettabweisend und stecken deshalb in etlichen Alltagsprodukten wie beschichteten Pfannen,Funktionskleidung,Imprägniersprays und Einwegverpackungen – aber etwa auch in Medizinprodukten. Sie sind biologisch nicht abbaubar,reichern sich in der Natur sowie im menschlichen Körper an und werden deshalb als Ewigkeitschemikalien bezeichnet.

Milliardengeschäft für die Chemieindustrie

Forschungsergebnisse deuten darauf hin,dass einige der Chemikalien bei Menschen die Leber und das Immunsystem schädigen,die Wirkung von Impfungen und die Fruchtbarkeit verringern und Krebs erzeugen können. Einige Untergruppen sind bereits verboten,wurden in der Vergangenheit aber immer rasch durch ähnliche PFAS-Chemikalien ersetzt. Die EU-Kommission arbeitet deshalb seit Jahren an einem umfassenden Verbot.

Fünf EU-Länder,darunter Deutschland,hatten die ECHA um eine Empfehlung gebeten. Mit Blick auf die Gefahren für Umwelt und Gesundheit ist die Studienlage nach Einschätzung der Chemiker eindeutig: »PFAS können Risiken für Menschen und Umwelt verursachen«,erklärte der Vorsitzende des zuständigen ECHA-Ausschusses,Roberto Scazzola.

data-area="text" data-pos="17">

Lesen Sie hier mehr zu den Problemen mit den gefährlichen Ewigkeitschemikalien: Warum es so schwer ist,dieses Gift aus unserem Leben zu verbannen

apr/AFP