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Katze vor Toilettenschüssel
Foto: Michael Bihlmayer / CHROMORANGE / picture alliance
Der Geruchssinn von Katzen ist rund 14- bis 40-mal feiner als der des Menschen. Sie können Duftmarken im Urin anderer Tiere erkennen und so Informationen aufnehmen. Wie genau das funktioniert,war bislang unklar,da sich viele molekulare Bestandteile der Gerüche schnell auflösen. Forschende haben die Mechanismen nun detailliert entschlüsselt.
Das internationale Team um Masao Miyazaki von der japanischen Iwate-Universität berichtet im Fachblatt »Current Biology«,dass die »chemische Visitenkarte« der Tiere auf 13 sogenannten verzweigtkettigen Fettsäuren (branched-chain fatty acids,kurz BFA) beruht.
Deren genaue Kombination unterscheidet sich demnach zwischen Individuen,bleibt aber bei einzelnen Tieren recht stabil. Somit können Katzen Uringerüche bekannten Artgenossen zuordnen.
In der Studie rochen die Tiere an bekannten Duftmarken nur kurz – selbst dann,wenn sie dem Geruch über Monate nicht wieder ausgesetzt waren. Daraus folgerte das Team,dass die Düfte im Gedächtnis der Tiere über längere Zeiträume abgespeichert werden.
Diese Stoffe sind offenbar recht stabil: Die BFA-Profile überdauerten im Urin bei 25 Grad Umgebungstemperatur mindestens 24 Stunden. Anhand des Riechverhaltens der Katzen bestätigte das Team,dass die Tiere bei identischen sonstigen Urinbestandteilen gezielt auf die speziellen BFA-Zusammensetzungen reagierten.
»Lipidtröpfchen in der Katzenniere sind seit über einem Jahrhundert bekannt,aber bisher blieb es ein Geheimnis,warum Katzen so viele davon haben«,erläutert Miyazaki. »Unsere Resultate deuten darauf hin,dass eine ihrer Funktionen darin bestehen könnte,eine stabile chemische Signatur im Urin zu unterstützen.« Dieser Mechanismus stabilisiere die individuelle chemische Signatur von Hauskatzen. Unklar sei jedoch,wie die in den Tröpfchen gespeicherten BFA in den Urin gelangten.
Falls Ihre Katze es in Sachen Urinkommunikation ein wenig übertreibt und öfter ausbüxt: Hier lesen Sie,was Sie tun können,wenn das Tier nicht nach Hause kommt.
mkh/dpa