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Präsidenten Carney und Trump: Verhandlungen bis zuletzt
Foto: Adrian Wyld / The Canadian Press / AP
Im Handelsstreit zwischen den USA und Kanada werden nun doch neue Zölle erhoben. Kanadas Premierminister Mark Carney erklärte in der Nacht zum Samstag,die Verhandlungen mit Washington seien ausgesetzt worden.
Die USA wollten demnach kanadische Waren im Wert von rund 28 Milliarden US-Dollar mit Zöllen von 50 Prozent belegen. Kanada werde die Maßnahmen in gleicher Höhe erwidern,um Beschäftigte und Unternehmen zu schützen,schrieb Carney.
Die USA hatten am 20. Juli Zölle von 50 Prozent unter anderem auf Wein,Möbel und Milchprodukte aus Kanada angekündigt. Sie sollten nach 30 Tagen in Kraft treten. Diese Frist ist nun ebenso abgelaufen wie eine erst vor wenigen Tagen verkündete Verlängerung.
Carney teilte zudem mit,er habe die kanadischen Unterhändler angewiesen,nach Ottawa zurückzukehren. Sie hätten bis zuletzt hart an einem Abkommen gearbeitet. Die kurzfristigen Änderungen an den von den USA vorgeschlagenen Bedingungen seien jedoch unfair und wirtschaftlich nicht tragfähig gewesen.
Ziel sei stets ein bestmögliches Abkommen für Kanada gewesen,»niemals ein Abkommen um jeden Preis oder unter Einhaltung einer bestimmten Frist«.
Vertreter beider Länder hatten Berichten zufolge bis zuletzt verhandelt. Die USA begründeten die Strafzölle in einer Erklärung des Weißen Hauses vom Juli mit Kanadas »diskriminierender Behandlung amerikanischer Produkte«. Genannt wurden unter anderem Autos,Alkohol und Milchprodukte. Der US-Handelsbeauftragte Greer hatte damals erklärt,die neuen Zölle beträfen kanadische Importe im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar.
Die Beziehungen zwischen Kanada und den USA haben sich seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump deutlich verschlechtert. Schuld daran sind bereits verhängte Zusatzzölle,wiederholte Drohungen gegen Kanada sowie Trumps mehrfach geäußerte Idee,das Nachbarland zum 51. Bundesstaat der USA zu machen.
Als Reaktion auf die US-Zölle nahmen mehrere kanadische Provinzen Alkohol aus den Vereinigten Staaten aus ihren Regalen und riefen Verbraucher zum Kauf heimischer Produkte auf.
tsc/dpa