Geschäft

Trotz niedriger Flusspegel Verkehrsminister Bilger sieht keine Versorgungsengpässe

Aug 12, 2026 IDOPRESS

Bild vergrößern

Verkehrsminister Steffen Bilger auf dem Nord-Ostsee-Kanal

Foto: Marcus Brandt / dpa

Wichtige Wasserwege wie Rhein und Donau sind nur noch sehr eingeschränkt befahrbar. Nun beraten Bundesverkehrsminister Steffen Bilger und die Verkehrsminister der Länder in einer Schaltkonferenz über die schwierige Lage der Binnenschifffahrt wegen niedriger Wasserstände in mehreren Flüssen. Dabei gehe es auch um mögliche weitere Maßnahmen,sagte Bilger.

Der CDU-Politiker bezeichnete die Lage als weiterhin sehr angespannt. Man müsse davon ausgehen,dass Probleme mit Niedrigwasser noch im ganzen August bestehen bleiben.

Engpässe bei Waren sieht Bilger aber nicht. »Stand jetzt ist die Versorgung gewährleistet«,sagte der Minister der »Rheinischen Post«. Um das Risiko zu senken,müsse mehr Güterverkehr von den Wasserstraßen auf Schiene und Straße verlagert werden. Mehrere Länder haben das Sonntagsfahrverbot für Lastwagen ausgesetzt,um Transporte zumindest teilweise zu verlagern.

Lob für Deutsche Bahn

Bilger lobte ausdrücklich die Deutsche Bahn. »Ich bin dankbar,dass die Bahn sich umgehend gekümmert und zusätzliche Kapazitäten bereitgestellt hat«,sagte er. Dazu gehörten weitere Waggons,deren Zahl noch steigen solle.

Bauindustrie warnt vor Engpässen

Anders als der Verkehrsminister sieht die Bauindustrie die Lage deutlich kritischer. »Lieferengpässe für erste Baustoffe sind von den Lieferanten bereits angekündigt worden für den Fall,dass die Situation noch länger anhält,wovon derzeit auszugehen ist«,sagte Tim-Oliver Müller,Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB),dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Flächendeckende Baustopps sehe er zwar aktuell nicht. Je länger und ausgeprägter die Niedrigwasserphase allerdings anhalte,desto größer werde das Risiko von Engpässen,höheren Logistikkosten und Verzögerungen.

data-area="text" data-pos="17">

Minister will Fördergeld für Schiffe erhalten

Zudem kündigte Bilger ‌an,sich für die ​volle Förderung ‌von Schiffen einzusetzen,die für Niedrigwasser geeignet sind. Die für 2027 vorgesehenen Mittel waren aus Haushaltsgründen von 36 Millionen ‌Euro halbiert worden. Dieses Anliegen werde er in die parlamentarischen Haushaltsberatungen ‌einbringen,sagte Bilger.

Die großen Flüsse hierzulande haben wegen der anhaltenden Trockenheit an vielen Orten Niedrigwasser. Am Rhein wurden am Wochenende in Nordrhein-Westfalen historische Tiefstände gemessen. Die niedrigen Pegelstände stellen die Binnenschifffahrt vor große Probleme,da die Schiffe deutlich weniger Ladung transportieren oder sogar gar nicht mehr fahren können.

mmq/dpa/Reuters