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Ökostrom Verband wirbt für größeren Anteil von Wasserkraft am Strommix

Apr 8, 2026 IDOPRESS
Wasserkraft steckt laut Branchenangaben voller ungenutzter Möglichkeiten. Doch bis es so weit ist, sind noch ein paar gewichtige Probleme zu lösen.

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Schwimmkörper der Turbine eines Schwarmkraftwerkes in St. Goar: Ausbeute geringer als bei herkömmlichen Wasserkraftwerken

Foto: Thomas Frey / dpa

Deutschland könnte nach Branchenangaben mehr Strom aus Wasserkraft gewinnen. »Die Potenziale der Wasserkraft werden in Deutschland noch zu wenig genutzt«,sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Wasserkraftwerke (BDW) e.V.,Helge Beyer. Demnach hat Wasserkraft derzeit einen Anteil von rund drei bis vier Prozent der Stromerzeugung in Deutschland. »Das könnte durch die Modernisierung des Bestands,der Reaktivierung bestehender Stauwerksstandorte und den Ausbau mehr als verdoppelt werden.«

Doch das ist dem Experten zufolge zum überwiegenden Teil Zukunftsmusik. «Die Genehmigungsverfahren sind unglaublich kompliziert und dauern viel zu lang,im Schnitt sind es etwa sieben Jahre,bis eine Ertüchtigung oder ein Neubau eines Wasserkraftwerks bewilligt wird.«

Aus Beyers Sicht ist der hohe Wert des Stroms aus Wasserkraft entscheidend. Dieser Strom sei stetig,planbar und flexibel einsetzbar und leiste damit einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit. Das erleichtere auch die Systemintegration der fluktuierenden Erneuerbaren.

Neue Schwarmkraftwerke als Ergänzung

Projekte wie Energyfish vom Unternehmen Energyminer aus Bayern können eigenen Angaben nach konventionelle Wasserkraft ergänzen. Dabei handelt es sich um Schwarmkraftwerke,die aus einzelnen sogenannten Energyfischen bestehen. Diese Anlagen sind schwimmende Strömungskraftwerke,die die natürliche Energie der Flüsse nutzen,um daraus Strom zu erzeugen,wie das Unternehmen erklärte. Es sei das erste Kraftwerk seiner Art.

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Energyminer hat kürzlich drei dieser Anlagen im rheinland-pfälzischen St. Goar im Rhein installiert. Der Schwarm soll bis Ende des Jahres aus insgesamt 124 Anlagen bestehen und schon bald Strom ins öffentliche Netz einspeisen.

Die Ausbeute von Strömungskraftwerken ist Beyer zufolge deutlich geringer als bei herkömmlichen Wasserkraftwerken. »Letztere nutzen mithilfe von Staustufen nicht nur die Strömung des Wassers,sondern auch dessen Fallhöhe«,erklärte er. »Dadurch kann in konventionellen Wasserkraftwerken erheblich mehr Energie erzeugt werden.«

Dennoch sei jeder Beitrag zur Energiewende wichtig,sagte der Wasserkraftexperte. »Am Ende müssen wir alle Chancen nutzen,die sich bieten,um die Energiewende voranzutreiben und gelingen zu lassen.«

mik/dpa